Episode 3: Lauschangriff Vol. 1 – Liebeserklärung

Programm: Gustav Mahler 1860‒1911: Symphonie Nr. 5 cis-Moll


Mitwirkende: Emmanuel Tjeknavorian als Dirigent
»Mit der Fünften beginnt ein neuer Mahler. Die ersten vier Sinfonien bilden ein Bündel, obwohl ich
mich weigere und es nicht für richtig finde, dass man sie als ‚Wunderhorn-Sinfonien’ bezeichnet.
Die Vierte hat damit gar nichts mehr zu tun, meine ich. Und was mich daran fasziniert? In der
Fünften findet zum ersten Mal die gewaltige Bataille zwischen Mahlers Ego und der Welt statt.
Sicherlich war das auch in den vorherigen Sinfonien der Fall, aber doch nicht mit solcher Verve,
mit solcher Konsequenz: Mahlers Ich hat sich gestärkt. Es behauptet sich in ganz anderer Weise
gegenüber den Kausalitäten und Modalitäten dieser Welt. Er jammert nicht mehr, er klagt nicht
mehr aus Selbstmitleid, er will sich behaupten. Klage ist höchsten noch eine stabile Äußerung,
eine Art von Virtus, ein Element, das man nicht verbergen kann, das man aber männlich
beherrscht. Es fehlt ihr das Visionäre. Die Fünfte ist eine Sinfonie der Realität“ (Alma Mahler,
1960)